Damen I: Auf Achterbahnfahrt in Marburg
Damen I: Auf Achterbahnfahrt in Marburg
08. Feb 2026 | Robert Stodtmeister |
"Auch wenn wir uns gestern nicht mit einem Sieg belohnen konnten, haben wir doch eine sehr gute Leistung über weite Teile des Spiels gezeigt.", begann Wacker am Montag nach dem Auswärtsspiel gegen Marburg die Nachbesprechung mit ihrem Team. "Es gibt keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Wir können mit unserer Leistung wirklich zufrieden sein."
Die erste Damenmannschaft der SG Rodheim erlebte am vergangenen Sonntag eine wilde Achterbahnfahrt beim Auswärtsspiel gegen den Tabellenführer der Landesliga Nord. Mit breiter Brust und großem Siegeswillen reiste man mit 9 Spielerinnen zum SF Blau-Gelb Marburg, fest entschlossen, sich mit einem 3-Punkte-Sieg weiterhin an die Fersen der SG Johannesberg (Tabellenplatz 2) zu heften.
Mit Anpfiff von Satz 1 zeigte Marburg jedoch, warum sie die Tabelle anführen. Druckvolle Aufschläge und Angriffe sowie eine gute Abwehrarbeit machten es den Rodheimerinnen schwer, ins Spiel zu finden. So gerieten sie recht schnell in Rückstand, und die Gastgeberinnen wähnten sich zunehmend siegessicher. Doch das war nur die Ruhe vor dem Sturm. Denn die SGR erarbeitete sich mit jedem gewonnenen Punkt mehr Selbstvertrauen. Die Abstimmung funktionierte zunehmend besser, der Aufschlagdruck auf Marburg wuchs, die Angriffe schlugen deftig beim Gastgeber ein, und so war man in der Crunchtime auf Augenhöhe mit dem Gegenüber. Furios wehrten die Rodheimer Damen drei Satzbälle ab und drehten in einer spektakulären Ralley diesen ersten Durchgang zum Satzgewinn mit 31:29.
Im Freudentaumel und voller Euphorie wechselte man die Spielfeldseite. Jetzt den Schwung mitnehmen, den Gegner weiter unter Druck setzen und die Konzentration hoch halten. Der Matchplan stand fest, alle waren bereit und schritten mit breiter Brust auf's Feld. Doch bereits nach den ersten gespielten Bällen verloren die SGlerinnen den roten Faden. Marburg war nicht zu stoppen und brachte Rodheim völlig aus dem Konzept. Und so holte sich der SF Blau-Gelb den Satz mit 9:25 und die SGR ihr Negativ-Highlight der Saison.
Doch das Team von Trainerin Anna Wacker zeichnet eines ganz besonders aus: dass es nach solch einem verkorksten Satz noch stärker zurück kommt. Und so war es auch in Durchgang drei. Als hätte Satz zwei nie stattgefunden, präsentierten sich die Rodheimerinnen kämpferisch und setzten die Gastgeberinnen konstant unter Druck. Sie dominierten diesen Satz vom Anfang bis zum Schluss. Mit 25:21 ging Durchgang drei an die SGR.
"Lasst uns jetzt gewinnen und drei Punkte mit nach Hause nehmen.", waren sich alle einig. Rodheim startete stark und entschlossen in diesen vierten Satz, bis sich beim Stand von 7:7 die Zuspielerin der Gastgeberinnen schwer verletzte. Nachdem die Spielerin versorgt und Marburg wieder auf dem Feld war, setzte sich die SGR zunächst mit einer Serie von 6 Punkten deutlich ab. Die Zeichen standen auf Sieg. Doch der Tabellenführer schaffte es durch viel Kampfgeist sich wieder heranzuarbeiten. Marburg vereitelte Rodheims Punktchancen ein ums andere Mal und brachte die SGR in der Crunchtime mit zwei Aufschlagserien immer mehr ins Hintertreffen. Das konnten die Gäste trotz einer starken kämpferischen Leistung nicht mehr aufholen und mussten sich in Satz vier mit 18:25 geschlagen geben.
Im Tiebreak bot sich ein ähnliches Bild. Rodheim gab alles, kämpfte um jeden Ball und hatte dennoch zu häufig das Nachsehen. So endete dieser fünfte Durchgang mit 15:10 und das Spiel mit 3:2 für den SF Blau-Gelb Marburg.
Auch wenn die Enttäuschung nach dem Spiel groß war, schauen die Rodheimer Damen zuversichtlich auf den kommenden Spieltag. Am 07. März bestreiten sie ihr letztes Heimspiel der aktuellen Saison. Zu Gast sind der Gießener SV und der TuS Brandoberndorf (Brandy genannt). Zuschauer sind wie immer herzlich willkommen.
Es spielten: Antonia Thiedmann, Ariette Schmidt, Denise Kuss, Theresa Fritsche, Anja Päsel, Hannah Knopp, Alina Schack, Miriam Oberhofer, Trainerin Anna Wacker