Herren I:SG Rodheim trotzt dem Favoriten einen Punkt ab

Herren I:SG Rodheim trotzt dem Favoriten einen Punkt ab

07. Mrz 2026 | Robert Stodtmeister |
H1 04

Im letzten Heimspiel der Regionalliga-Saison zeigte die SG Rodheim noch einmal eine starke Leistung. Gegen den Tabellenzweiten und Aufstiegsaspiranten TV Wiesbach hielten die Wetterauer lange Zeit hervorragend mit und erkämpften sich beim 2:3 einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf. Die ganz große Sensation blieb zwar aus, doch im Duell Tabellenkeller gegen Tabellenspitze bewies Rodheim, dass der Sieg aus dem vorherigen Spiel beim TV sebamed Bad Salzig kein Zufall gewesen war.

Die Ausgangslage war nach dem Erfolg im Kellerduell eine andere: Während Rodheim weiterhin um den Klassenerhalt kämpfte, reiste Wiesbach als Tabellenzweiter mit klaren Aufstiegsambitionen an. Personell mussten die Gastgeber auf Außenangreifer Julius Fröhlich verzichten, konnten dafür jedoch auf der Liberoposition auf die Unterstützung von Timo Becker bauen.

Der Favorit aus dem Saarland legte im ersten Satz fulminant los. Vor allem über die Diagonalposition setzten die Gäste die Rodheimer von Beginn an unter Druck. Dennoch kämpfte sich die SG zurück ins Spiel und glich zur Satzmitte aus. Eine Schwachstelle der vergangenen Wochen – der Aufschlag – präsentierte sich diesmal deutlich verbessert und wurde durch eine starke Feldabwehr ergänzt. Doch auch Wiesbach glänzte mit druckvollen Sprungaufschlägen. Eine Serie von fünf Punkten in Folge zum Satzende brachte schließlich die Entscheidung zugunsten der Gäste, die den Durchgang mit 25:20 für sich entschieden.

Im zweiten Satz war sofort zu spüren, dass für Rodheim mehr drin war. Die Gastgeber starteten hochmotiviert, die Spannung auf dem Feld entlud sich zeitweise auch in hitzigen Diskussionen um strittige Schiedsrichterentscheidungen, in deren Folge Routinier Tim Wacker eine gelbe Karte sah. Sportlich überzeugte Rodheim jedoch vor allem mit variablem Angriffsspiel. Zuspieler Peter Preisendörfer setzte seine Angreifer immer wieder clever in Szene, insbesondere Christian Ruppert punktete über die Mittelposition aus einer stabilen Annahme um Libero Raid Mukovic. Zur Satzmitte setzte sich die SG mit fünf Punkten ab und nutzte schließlich einen von fünf Satzbällen zum verdienten 25:21-Ausgleich.

Der dritte Satz entwickelte sich zu einem echten Volleyballkrimi. Wiesbach steigerte sich noch einmal, schließlich ging es für die Gäste um wichtige Punkte im Aufstiegsrennen. Von Beginn an lieferten sich beide Teams ein packendes Duell auf hohem Niveau, das auch die Zuschauer in der Rodheimer Halle in seinen Bann zog. Beide Trainer nutzten ihr Auszeitenkontingent, um auf das variable Angriffsspiel des Gegners zu reagieren und taktisch nachzujustieren. In einer dramatischen Schlussphase behielten die Gastgeber die Nerven: Mit 29:27 entschied Rodheim den Satz für sich – auch dank der Erfahrung von Tim Wacker, der in den entscheidenden Momenten Verantwortung übernahm.

Mit der 2:1-Führung war klar: Mindestens ein Punkt würde in Rodheim bleiben. Doch die Gastgeber wollten mehr. Der intensive Spielverlauf hatte jedoch viel Kraft gekostet, was sich vor allem zu Beginn des vierten Satzes bemerkbar machte. Wiesbach ging früh in Führung und baute den Vorsprung zwischenzeitlich auf acht Punkte aus. Die Einwechslungen von Johannes Gruppe und Eman Mukovic brachten jedoch noch einmal frischen Schwung. Vor allem Mukovic spielte groß auf und war im Angriff kaum zu stoppen. Rodheim kämpfte sich zurück und verkürzte auf 18:19 – plötzlich schien sogar der Sieg wieder möglich. Eine Auszeit der Gäste unterbrach jedoch den Rhythmus der SG. Wiesbach stellte sich besser auf die neue Angriffsreihe ein und entschied den Satz schließlich mit 25:20 für sich.

Im entscheidenden Tie-Break machte sich dann die größere Frische der Saarländer bemerkbar. Mit dem klaren Ziel Aufstieg vor Augen mobilisierte Wiesbach noch einmal alle Kräfte und setzte sich deutlich mit 15:8 durch.

Auch wenn die große Überraschung ausblieb, durfte Rodheim am Ende dennoch zufrieden sein. Der gewonnene Punkt im Abstiegskampf könnte noch von großer Bedeutung sein – zumal die direkten Konkurrenten parallel Niederlagen hinnehmen mussten. Damit gehen die Rodheimer mit einer guten Ausgangsposition in die letzten beiden Auswärtsspiele der Saison.